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RWA in Einkaufszentren

Lesezeit: ca. 3:00 Min

Die Thier-Galerie in Dortmund ist ein Paradebeispiel dafür, welche optischen Herausforderungen RWA-Anlagen meistern müssen. Gleichzeitig ist es aber ihr Auftrag, im Brandfall Leib, Leben und Gut zu schützen. Es folgt ein Praxisbericht über diesen planerischen Spagat.

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Wie Sie mit RWA-­Anlagen Optik und Sicherheit in Einkaufs­zentren verbinden

Die 2300 Quadratmeter große verglaste Dachfläche der Thier Galerie in Dortmund besteht aus drei Pultdächern und einer Rotunde. Sie überspannt vollflächig den Bereich der Hauptwege des Einkaufs­zentrums. Da durch das Glasdach eine Flut von Tageslicht ins Gebäude gelangt, fühlen sich die Gäste wie auf offener Straße.

116 pneumatisch betriebene Klappen­systeme garantieren außerdem eine natürliche Lüftung und den Rauchabzug im Brandfall. Dabei war der optische Anspruch hoch, denn die RWA-Geräte sollten so unauffällig wie möglich im Glasdach integriert sein. Jetzt verbinden sie Optik und Sicherheit in diesem repräsentativen Einkaufs­zentrum.

Technische Anforderungen an Brandschutz elegant erfüllen

In der Praxis bedeutete dies, dass die RWA-­Flügel möglichst der Größe des Rasters der Fest­verglasung entsprechen, sodass keine Antriebe oder Wind­leitwände sichtbar sind. Die natürlichen Rauch- und Wärmeabzugsgeräte (NRWG) dienen neben dem Rauchabzug auch der täglichen Lüftung und sind je nach Wetter, Tageszeit oder auch Besucher­aufkommen individuell durch die Gebäude­leittechnik ansteuerbar.

Über der Rotunde wurden die RWA-­Flügel in der Größe des Rasters eingesetzt. Doch auf den Pultdächern, wo das Glasraster größer war, war eine Teilung in zwei Felder unabdingbar. Die Flügel­größen waren so zwar immer noch enorm, blieben aber innerhalb der System­prüfung des gewählten Typs.

Da die großen Flügel die erforder­liche Hubhöhe und Öffnungs­zeit nicht bewältigten, war die Verwendung von Kettenschub­antrieben nicht möglich. Auch das Flügel­raster konnte nicht verkleinert werden, denn das würde die Optik deutlich mehr stören. Deshalb entschieden sich die Planer für die etwas auffälligeren Pneumatik­zylinder. Diese ermöglichen große Hub­höhen und Hub­kräfte bei kurzer Öffnungszeit.

Individuelle Lösungen für den Rauch- und Wärmeabzug

Normalerweise erfordern solch große Flügel, die nahezu flächenbündig im umgebenden Glasdach liegen und kaum über 90 Grad öffnen, sehr hohe Wind­leitwände. Doch günstige Umstände erübrigten diese: Die Glasdächer waren von höher liegenden Parkdecks umgeben, sodass Architekten und Brandschutz­planer Seiten­windstörungen ausschließen konnten. Mit Blick auf die Steuerung war durch die Entscheidung für Pneumatik­zylinder und die Anforderungen an die Lüftung ein Mehr­aufwand verbunden. Eine redundante Kompressoren­anlage mit Puffer­speichern liefert ausfall­sichere Energie. Eine eigene Steuerung sorgt für die Ablauf­automation von Rauch­abzug und Lüftung, da sie über Modbus an die Gebäude­leittechnik gekoppelt ist.

Auch wenn sehr viel realisierbar ist, sind die Geräte­größen von NRWG dennoch begrenzt. So muss eine individuelle Lösung für jedes Gebäude gefunden werden, denn je nach Öffner­system ist der Spielraum unterschiedlich. Auch wenn zur Nutzung der RWA in Einkaufs­zentren für die tägliche Lüftung auf­wändigere Anlagen erforderlich sind, bieten pneu­matische Systeme große Hubhöhen trotz hoher Lasten bei kurzer Öffnungs­zeit. Gerade bei großen Bau­projekten lassen sich solche Modi­fikationen durchaus wirtschaftlich realisieren.

Intelligente RWA-Anlagen von LAMILUX

In diesem Fall stammen die Glas­dächer und Rauch- und Wärme­abzugs­anlagen vom Rehauer Familien­unternehmen LAMILUX. Auch wenn das elegante Design von Glas­dächern im Alltag überzeugt, sind gerade im Brandfall intelligente Systeme un­erlässlich. LAMILUX achtet bei all seinen Produkten auf die notwendigen Sicherheits­vorkehrungen, die im Ernst­fall Leben retten können. Rauch­lifts in Flachdach Fenstern, Licht­kuppeln und Licht­bändern öffnen sich bei zunehmender Rauch­bildung innerhalb weniger Sekunden und lassen Rauch und Wärme abziehen. Dabei lässt sich für jedes Ober­licht eine Lösung finden, um mehr Sicher­heit im Brand­fall zu schaffen.