Was ist Hagel und wie entsteht er?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) definiert Hagel als Niederschlag in Form von Eiskugeln oder Eisklumpen. Diese haben normalerweise einen Durchmesser von 5 bis 50mm; in extremen Vorkommnissen sogar über 100mm. Ab einem Durchmesser von fünf Millimetern wird von Hagel gesprochen. Kleinere Eiskörner werden als Graupel bezeichnet. Hagelkörner erreichen meist einen Durchmesser zwischen fünf und 50 Millimetern, können bei besonders starken Gewittern jedoch deutlich größer werden.
Hagel entsteht in hochreichenden Gewitterwolken. Dort lagern sich unterkühlte Wassertröpfchen an kleinen Eispartikeln an und gefrieren. Kräftige Aufwinde transportieren die entstehenden Hagelkörner innerhalb der Wolke immer wieder nach oben. Dabei können sich weitere Wassertröpfchen anlagern und zu neuen Eisschichten gefrieren.
Auf diese Weise nehmen die Körner an Größe und Gewicht zu. Werden sie schließlich zu schwer für den Aufwind, fallen sie aus der Wolke zur Erde. Besonders starke und lang anhaltende Aufwinde können daher die Entstehung großer Hagelkörner begünstigen. Welche Belastung für Dächer und Oberlichter beim Aufprall entsteht, hängt nicht allein vom Durchmesser des Hagelkorns ab. Auch Masse, Form, Geschwindigkeit, Wind und Auftreffwinkel spielen eine Rolle. Hinzu kommen Material, Konstruktion, Alter und Zustand des getroffenen Bauteils.
Welche Schäden verursacht Hagel – und woran sind sie erkennbar?
Welche Schäden verursacht Hagel – und woran sind sie erkennbar?
Hagel beansprucht vor allem außen liegende Bauteile der Gebäudehülle wie Dachziegel, Dachabdichtungen oder Oberlichter. Treten Druckstellen, Risse oder Perforationen auf, dringt schnell Wasser ein, das Wärmedämmung, Dachaufbau und Innenraum beschädigt.
Oberlichter sind aufgrund ihrer exponierten Lage ebenfalls gefährdet. Dabei kann nicht nur die Verglasung beschädigt werden. Auch Rahmen, Befestigungen, Dichtungen, Aufsatzkränze und Öffnungselemente können durch Hagelschlag beeinträchtigt werden. Hier kommt es vor allem auf die Qualität und Widerstandsfähigkeit der Tageslichtsysteme an.

Typische Hinweise auf einen Hagelschaden sind:
- Risse, Brüche oder Abplatzungen
- Dellen und auffällige Verformungen
- aufgehellte Stellen oder Veränderungen im Kunststoff
- beschädigte Rahmen, Profile oder Befestigungen
- verschobene oder gelöste Dichtungen
- Feuchtigkeit oder Wasserflecken im Innenraum
- Probleme beim Öffnen und Schließen
- Störungen an Lüftungs- oder RWA-Komponenten
Nicht jede sichtbare Veränderung beeinträchtigt automatisch die Funktion. Eine Delle kann lediglich das Erscheinungsbild verändern. Ein feiner Riss, eine gelöste Dichtung oder ein beschädigter Mechanismus kann dagegen die Wasserdichtheit und Funktionsfähigkeit des Oberlichts beeinträchtigen.
Für eine zuverlässige Beurteilung sollte deshalb das gesamte System fachgerecht geprüft werden – nicht nur die sichtbare Einschlagstelle. Die Fachberater von LAMILUX helfen Ihnen dabei, Schäden zu erkennen, beseitigen und vorzubeugen.
Wie teuer ist ein Hagelschaden?
Ein Hagelschaden an Oberlichtern kann schnell Kosten im fünf- bis sechsstelligen Bereich verursachen. Dabei sind häufig nicht nur die beschädigten Tageslichtsysteme selbst das Problem. Dringt nach einem Hagelschlag Feuchtigkeit über Risse, beschädigte Dichtungen oder undichte Anschlüsse ins Gebäude ein, können zusätzliche Schäden an Maschinen, Lagerbeständen, Mobiliar oder der Dachkonstruktion entstehen. Bereits der Austausch mehrerer Oberlichter kann Kosten von mehreren zehntausend Euro verursachen.
Schadensbild | Typische Kosten |
| Einzelne beschädigte Lichtkuppel | ca. 1.000 bis 3.000 € |
| Mehrere Lichtkuppeln einer Industriehalle | ca. 10.000 bis 50.000 € |
| Beschädigtes Lichtband | ca. 5.000 bis 30.000 € |
| Mehrere Lichtbänder inkl. RWA-Komponenten | ca. 30.000 bis 100.000 €+ |
| Hagelschaden mit Folgeschäden im Gebäude | deutlich über 100.000 € |
Deshalb sollte das Dach nach einem starken Hagelereignis zeitnah geprüft werden. Denn nicht jeder Schaden ist auf den ersten Blick sichtbar. Feine Risse in Verglasungen oder beschädigte Dichtungen können zunächst unbemerkt bleiben, später jedoch zu Undichtigkeiten und kostspieligen Folgeschäden führen. Eine frühzeitige Sanierung hilft, den Austausch auf einzelne Komponenten zu begrenzen und größere Schäden an Gebäude und Betrieb zu vermeiden.
Was ist nach einem Hagelschaden am Dach zu tun?
Nach einem starken Hagelereignis sollten erkennbare Schäden zunächst aus sicherer Entfernung kontrolliert und dokumentiert werden. Fotos der betroffenen Stellen sowie Angaben zu Zeitpunkt, Feuchtigkeit und möglichen Funktionsstörungen erleichtern die spätere Bewertung. Das Dach darf dabei nicht ungesichert betreten werden.
Insbesondere Lichtkuppeln, Lichtbänder und andere lichtdurchlässige Dachflächen können eine Durchsturzgefahr darstellen. Die genaue Begutachtung sollte daher qualifiziertem Fachpersonal überlassen werden.
Bei Brüchen oder akuten Undichtigkeiten ist schnelles Handeln erforderlich. Eine fachgerechte Notabdichtung kann verhindern, dass bei weiteren Niederschlägen zusätzliche Feuchtigkeit in den Dachaufbau gelangt. Anschließend sollte das gesamte betroffene System geprüft werden – von der Verglasung über Rahmen und Dichtungen bis zu den vorhandenen Öffnungs- und Sicherheitsfunktionen.

Erst auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme lässt sich entscheiden, ob einzelne Komponenten ausgetauscht werden können oder eine umfassendere Sanierung notwendig ist.
Sie haben einen Hagelschaden?
Sanierung nach Sturm- und Hagelschäden mit LAMILUX
Nach einem Sturm-, Dach- oder Hagelschaden unterstützt LAMILUX Gebäudebetreiber bei der fachgerechten Sanierung beschädigter Tageslichtsysteme. Grundlage dafür ist eine Bestandsaufnahme vor Ort, bei der das Schadensbild, der vorhandene Aufbau und die künftigen Anforderungen an das System erfasst werden.
Darauf aufbauend entwickeln Experten wie LAMILUX ein Sanierungskonzept für passende Lichtkuppeln, Lichtbänder, Flachdach Fenster oder Glasdächer – unabhängig davon, ob ein LAMILUX-Produkt oder ein System eines anderen Herstellers verbaut ist.
Welche Maßnahme sinnvoll ist, richtet sich nach dem Zustand des Bestands. Ist beispielsweise nur das Oberteil einer Lichtkuppel beschädigt, während Aufsatzkranz und Dachanschluss weiterhin intakt sind, kann ein gezielter Austausch ausreichen. LAMILUX bietet hierfür spezielle Sanierungsrahmen, die sich auf jeden Aufsatzkranz unabhängig vom Hersteller montieren lassen. So lassen sich im Handumdrehen neue und hochwertige Lichtkuppeln oder Flachdach Fenster von LAMILUX einbauen. Bei größeren Schäden, altersbedingten Mängeln oder Feuchtigkeit im Dachaufbau kann dagegen eine umfassendere Sanierung erforderlich sein. Auch hierfür stehen Ihnen die LAMILUX Fachberater zur Seite und beraten Sie zu verschiedensten Lösungen.

Die Sanierung bietet zugleich die Möglichkeit, das bestehende System technisch und energetisch aufzuwerten – etwa hinsichtlich Wärmeschutz, Tageslichteintrag, natürlicher Lüftung oder Rauch- und Wärmeabzug. LAMILUX begleitet den gesamten Prozess von der Bestandsprüfung über Planung und Fertigung bis zur fachgerechten Montage. Für akute Sturm-, Hagel- und Dachschäden steht zudem eine Schadenshotline zur Verfügung.
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Hagelwiderstand: So lassen sich künftige Schäden reduzieren
Um den Hagelwiderstand von Bauteilen vergleichbar zu machen, werden diese unter definierten Bedingungen geprüft. Dabei treffen Eiskugeln mit festgelegtem Durchmesser und entsprechender Geschwindigkeit auf bestimmte Stellen des Bauteils.
Unterschieden werden fünf Hagelwiderstandsklassen:

HW 1 beschreibt einen vergleichsweise geringen, HW 5 den höchsten Hagelwiderstand innerhalb dieser Klassifizierung. Die Einstufung bezieht sich jedoch immer auf das konkret geprüfte Produkt, seine Ausführung und die betrachteten Schadenkriterien.
Eine Hagelwiderstandsklasse lässt sich deshalb nicht allein aus dem Material der Verglasung ableiten. Entscheidend ist das vollständige System aus Verglasung, Rahmen, Befestigungen, Dichtungen, Aufsatzkranz und möglichen Öffnungselementen. Ein Teil der Konstruktion kann den Aufprall unbeschädigt überstehen, während ein anderer Bereich beeinträchtigt wird. Demensprechend ratsam ist es, bereits bei der Wahl der Oberlichter auf den Hagelwiderstand zu achten.

Geprüfte Systeme und regelmäßige Kontrollen
Bei Neubau und Sanierung sollte daher auf den nachgewiesenen Hagelwiderstand des gesamten Tageslichtsystems geachtet werden. Für ausgewählte Lösungen von LAMILUX– darunter die Lichtkuppel F100 W, das Lichtband B, das Flachdach Fenster FE und das Glasdach PR60 – wird ein Hagelwiderstand gegen Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern ausgewiesen. Maßgeblich ist stets die konkrete Produktausführung.
Auch regelmäßige Kontrollen und eine fachgerechte Wartung tragen zum Hagelschutz von Dach und Oberlichtern bei. Bestehende Systeme sollten auf Risse, Materialveränderungen, beschädigte Dichtungen und Funktionsstörungen untersucht werden. Gerade bei älteren Bauteilen können Witterung und Materialalterung die Widerstandsfähigkeit beeinflussen.
Nach einem starken Hagelereignis empfiehlt sich deshalb eine zusätzliche Sicht- und Funktionsprüfung. So lassen sich kleinere Hagelschäden frühzeitig erkennen, bevor Undichtigkeiten oder umfangreichere Folgeschäden entstehen.





